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12/04/2016 13:19:18
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ROUNDUP: Hilfe für Italiens Banken - Milliardenschwerer Stützungsfonds


ROM (dpa-AFX) - Mit einem milliardenschweren Fonds will Italien seine kriselnden Banken stützen und die Kreditvergabe im Land wieder ankurbeln. Finanzinstitute, Finanzministerium und Notenbank einigten sich am späten Montagabend auf die Einrichtung des Fonds "Atlante", der den Banken faule Kredite abnehmen soll. Regierungschef Matteo Renzi lobte den Fonds als "hilfreich" und betonte, die Regierung habe bereits viel getan, "um einen Sektor zu sanieren, von dem wir uns Unterstützung für die Erholung der Wirtschaft erwarten."

In den Bilanzen der Banken haben sich während der Rezession der vergangenen Jahre faule Kredite im Volumen von geschätzt 360 Milliarden Euro angesammelt, bei denen fraglich ist, ob sie zurückgezahlt werden. Das bremst die Vergabe neuer Kredite und damit auch die vorsichtige wirtschaftliche Erholung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

Der Fonds soll rund fünf Milliarden Euro umfassen, wie der Chef der Banca Popolare dell'Emilia Romagna Scarl, Alessandro Vandelli, sagte. Neben Hilfe bei der Bewältigung fauler Kredite soll das Geld auch in Kapitalerhöhungen fließen. Führen soll die Einrichtung der private Fondsmanager Quaestio, weil Italien keine nach EU-Recht verbotene Staatshilfe gewähren will.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Finanztitel legten weiter zu. Schon am Freitag und Montag hatten italienische Bankaktien teils kräftige Kursgewinne verbucht, nachdem sie seit Jahresbeginn im Vergleich zum gesamten europäischen Banken- und Finanzsektor besonders schlecht abgeschnitten hatten.

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan lobte, der Fonds könne helfen, die Institute zu stabilisieren. Der Präsident des Unternehmerverbandes Confindustria, Giorgio Squinzi, erklärte: "Das Problem der Banken ist ernst. Alles, was Stabilität und Ruhe geben kann, ist willkommen."

Im Januar hatte sich die Regierung in Rom mit der EU-Kommission über die Bedingungen für mögliche Hilfen zugunsten der Banken verständigt. Demnach darf Italien prinzipiell Garantien geben, die das Verlustrisiko für Käufer von faulen Krediten begrenzen sollen. Dafür müssen die Banken aber bezahlen. Renzi versucht seit einiger Zeit, mit zahlreichen Reformen das Finanzsystem des Landes zu bereinigen.

Befördert wurde der Stützungsplan durch die akuten Probleme zweier Geldhäuser. Die Banca Popolare di Vicenza SCpA und die Veneto Banca müssen zusammen fast drei Milliarden Euro einsammeln, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Die Großbank Unicredit (UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) will ihre Tochter Popolare Vicenza in diesen Wochen an die Börse bringen./mms/he/DP/enl

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