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13/09/2018 18:25:24
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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Erholungversuch fort


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Auftrieb gaben vor allem neuerliche Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China. Aktuelle geldpolitische Entscheidungen in Europa und der Türkei wirkten zudem stützend.

Der deutsche Leitindex ging mit einem kleinen Plus von 0,19 Prozent auf 12 055,55 Punkte aus dem Handel. Vor einer Woche war er erstmals wieder seit Anfang April unter das Niveau von 12 000 Punkten gefallen. Seither ringt er um die Rückeroberung dieser psychologisch wichtigen Marke.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, verlor indes 0,60 Prozent auf 26 259,62 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,80 Prozent auf 2876,41 Punkte ein.

Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, legte um 0,21 Prozent auf 3333,68 Punkte zu. In Paris indes kam der Cac-40 nicht vom Fleck, in London, wo ebenfalls die Notenbank getagt und den Leitzins unverändert belassen hatte, schloss der FTSE 100 etwas schwächer. In den USA legte der Dow Jones Industrial indes zum europäischen Handelsschluss um 0,5 Prozent zu, die technologielastigen Nasdaq-Indizes zeigten sich zudem mit rund 1 Prozent im Plus.

"Die Anleger am deutschen Aktienmarkt konnten heute zumindest einmal durchatmen", sagte Porfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Ob der Dax aber zu alter Stärke zurückfinde oder sich nur eine Verschnaufpause auf dem Weg nach unten gönne, bleibe abzuwarten. Dass US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China zurück an den Verhandlungstisch wolle, sei die größte Überraschung und daher der Hauptimpuls für die leichte Entspannung gewesen.

Dass darüber hinaus die türkische Notenbank ihre Entschlossenheit zeigte, um die Lira zu stärken und so zugleich auch ihre Unabhängigkeit betonte, sei ebenfalls eine gute Nachricht. Im Kampf gegen die Lira-Krise und die hohe Inflation in der Türkei wurde der Leitzins überraschend stark angehoben. Der Zins für einwöchiges Notenbankgeld steigt nun auf 24 Prozent und damit deutlicher als von Experten erwartet. Dagegen sei die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) eher ein "Non-Event" gewesen. Eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe ab Oktober und ihr absehbares Ende seien bereits eingepreist.

Dax-Spitzenwert war die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon mit plus 3,5 Prozent, die sich damit etwas von ihrem mehr als fünfprozentigen Vortagesverlust erholte. Eine vorsichtige Studie der US-Bank Goldman Sachs zum Speicherchipmarkt hatte dem Papier zur Wochenmitte zugesetzt. Die Aktie des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor setzte im TecDax ihre Ende Juni gestartete Erholungsbewegung mit einem Plus von 4,8 Prozent fort.

Eine Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS verhalf den Commerzbank -Aktien zu einem Kursplus von 2,5 Prozent. Steigende Zinsen dürften nach Ansicht von Analyst Daniele Brupbacher dem Finanzinstitut erhebliche Vorteile bringen. Dabei verwies er auch auf den rund 40-prozentigen Kursrutsch der Aktie seit ihrem Jahreshoch im Januar.

Hoffnungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China beflügelten europaweit die Anteilsscheine der Autobauer. Die Branche ist von den Zollstreitigkeiten betroffen und gehört daher mit einem Abschlag von fast 14 Prozent zu den großen Verlierern im bisherigen Jahresverlauf. Die Papiere der deutschen Hersteller Daimler, BMW und VW erholten sich an diesem Donnerstag mit Kursgewinnen zwischen 1,0 und 1,7 Prozent.

Die Anteile an Delivery Hero hingegen fielen nach endgültigen Halbjahreszahlen zeitweise auf den tiefsten Stand seit 12 Wochen. Mit minus 3,2 Prozent beendeten sie den Tag. Der Essenslieferant hatte bereits im August seine Gewinnziele kassiert und stellt nun wegen Investitionen einen deutlich höheren operativen Jahresverlust in Aussicht als im vergangenen Jahr. Die Gerresheimer-Anteile als MDax-Schlusslicht büßten 5,4 Prozent ein. Die Papiere des Spezialverpackungsherstellers hatten allerdings unmittelbar zum Handelsstart bei 80,25 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 140,89 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,07 Prozent auf 159,52 Punkte. Der Euro legte zu. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1620 (Mittwoch: 1,1585) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8606 (0,8632) Euro./ck/men

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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