Please wait…

13/09/2018 21:25:23
A A | Print

ROUNDUP 6: Massiver Einsatz gegen Braunkohlegegner - Aktivisten mobilisieren


(neu: Aktualisiert.)

KERPEN (dpa-AFX) - Mit einem massiven Polizeiaufgebot haben Behörden begonnen, den jahrelang von Umweltschützern und Braunkohlegegnern besetzt gehaltenen Hambacher Forst zu räumen. Am Donnerstag holten Spezialkräfte die ersten Aktivisten aus den Baumhäusern und zerstörten einige der jahrelang geduldeten Bauten. Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes abholzen, um weiter Braunkohle abbauen zu können. Die Baumhäuser der Besetzer gelten längst als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle.

Aktivisten kündigten als Reaktion auf die Räumung "zivilen Ungehorsam" und eine "bundesweite Massenmobilisierung" an. Das Verwaltungsgericht Köln gab den Behörden allerdings Recht und lehnte am Abend einen Eilantrag gegen die Räumung eines Baumhauses ab. Es sei davon auszugehen, dass bei den noch ausstehenden Eilanträgen ähnlich entschieden werde, sagte eine Gerichtssprecherin.

Bei dem Einsatz kam es zwischen Polizei und Aktivisten zu Auseinandersetzungen. Beamte seien mit Zwillen beschossen und mit Molotow-Cocktails beworfen worden, berichtete die Polizei. Ein Beamter sei dabei leicht verletzt und ein Dienstwagen beschädigt worden. An mehreren Stellen hätten sich friedliche Demonstranten auf Zufahrtswege gesetzt und diese blockiert. Nach Angaben der Polizei wurden drei Personen in Gewahrsam genommen. Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" machte hingegen die Polizei dafür verantwortlich: "Die Polizei eskaliert, die Polizei greift an, die Menschen setzen sich zur Wehr", sagte Karolina Drzewo.

Als Begründung für die Räumung führten die Behörden nicht den geplanten Braunkohleabbau an. Vielmehr argumentiert das NRW-Bauministerium mit dem fehlenden Brandschutz in den Baumhäusern - unter anderem fehlten Rettungsleitern. Deshalb seien die Baumhäuser zu räumen und anschließend "zu beseitigen", heißt es in der Weisung des Ministeriums.

Die Umweltaktivisten, etwa von der Organisation "Ende Gelände", halten das für eine vorgeschobene Argumentation. "Wir kämpfen für eine klimagerechte Zukunft und fordern von der Landesregierung, sofort die Polizeikräfte aus dem Hambacher Forst abzuziehen", sagte Waldbesetzer Momo bei einer Pressekonferenz mehrerer Initiativen.

Der Einsatz begann am Donnerstagmorgen, nachdem Mitarbeiter der zuständigen Stadt Kerpen und des Kreises Düren die Baumbesetzer per Lautsprecher über den Räumungsbeschluss informiert und sie aufgefordert hatten, die Baumhäuser innerhalb von 30 Minuten freiwillig zu verlassen. Als die Aktivisten die Frist verstreichen ließen, rückte das Höheninterventionsteam der Polizei mit einer Arbeitsbühne und einem großen Luftkissen auf dem Boden vor. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde das dritte Baumhaus geräumt. Eine Frau wurde dabei heruntergeholt. Wie viele Menschen festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden, wollte die Polizei später mitteilen.

In den sozialen Netzwerken riefen die Baumbesetzer dazu auf, den Protest im Hambacher Forst zu verstärken und in den Wald zu kommen. "Wir werden deshalb ab diesem Wochenende mit Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams die Räumungen und Rodungen von Polizei und RWE verhindern. Durch diese Aktionsform nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand", sagte Jan Pütz von der Aktion Unterholz. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" kündigte an, vom 25. bis 29. Oktober würden Tausende Menschen die Kohle-Infrastruktur, Schienen und Bagger blockieren.

Mehrere Dutzend Braunkohlegegner scherten am Donnerstagabend aus einer Demonstration am Hambacher Forst aus und rannten zu den in Baumhäusern lebenden Aktivisten. Die Polizei schätzte ihre Zahl auf 40 bis 50. An der genehmigten Demonstration gegen die Räumung und für den Erhalt des Hambacher Forstes hätten mehr als 1000 Menschen teilgenommen, darunter Familien mit Kindern.

Die in den Wald gestürmten Braunkohlegegner wurden lautstark von den in Baumhäusern lebenden Aktivisten begrüßt, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Für den Polizeieinsatz habe dies keine Relevanz, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei. Die Räumung von Hindernissen und Baumhäusern werde an diesem Freitag fortgesetzt. Auch nach Einbruch der Dunkelheit waren am Donnerstagabend viele Polizisten im Wald.

Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß; nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet. Der Wald hat nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12 000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie die Bechsteinfledermaus, den Springfrosch und die Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein.

Aus Sicht von RWE ist die weitere Rodung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Ein RWE-Sprecher betonte am Donnerstag, der Konzern sei nicht "unmittelbarer Veranlasser" des Einsatzes. "Die Rodungsarbeiten auf unserem widerrechtlich besetzten Grundstück sollen wie geplant erst im Oktober beginnen."

Die in der Kohleausstiegskommission vertretenen Umweltverbände DNR, BUND und Greenpeace sprachen von einer überflüssigen und gefährlichen Eskalation. Der Konflikt um den Forst könnte die Verhandlungen über den Kohleausstieg stören, da die Umweltverbände einen Rodungsaufschub fordern, bis ein Ergebnis vorliegt. Denkbar ist, dass ein oder mehr Umwelt-Vertreter die Kommission verlassen. Auch Grüne und Linke verurteilten die Räumung als Machtdemonstration und Provokation.

Die Polizei stellt sich im Hambacher Forst noch auf einen langen und schwierigen Einsatz ein. Die 50 bis 60 Baumhäuser liegen in bis zu 25 Metern Höhe - entsprechend kompliziert ist es, sie zu räumen./mhe/DP/men

Login required

Username or email:
Password:

To use this function please log-in
If you haven't got an account on boerse-frankfurt.de, you have the opportunity to register regist here for free.

add instrument

pagehit

The following Disclaimer and Information has been prepared by Voltabox AG (the “Issuer”) for the purpose of publishing THE securities prospectus by the issuer. Deutsche Boerse AG does not assume any responsibility for the content of the issuer`s Disclaimer and information.

 

Important Information


 

The information contained on the following web pages is directed only at persons who are resident of or domiciled in the Federal Republic of Germany (“Germany”) or the Grand Duchy of Luxembourg (“Luxembourg”). The following information does not constitute an offer to sell or a solicitation of an offer to buy or subscribe for any securities. No offer of securities of the Issuer is being, or will be, made to the public outside Germany and Luxembourg. The offer in Germany and Luxembourg is being made solely on the basis of the securities prospectus (including any amendments thereto) which has been approved by the German Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) and which has been published on the Issuer’s website. Any investment decision regarding the publicly offered securities of the Issuer should only be made on the basis of the securities prospectus. The securities prospectus is available free of charge from the Issuer (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Germany; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) and on the Issuer’s website (www.voltabox.ag).



The information contained on the following web pages is not an offer of securities for sale or a solicitation of an offer to purchase securities in the United States of America (“United States”), Canada, Australia or Japan. The Issuer’s shares, and the securities offered in the course of the offer, have not been and will not be registered under the US Securities Act of 1933, as amended (“Securities Act”), or with any other securities regulatory authority of any state or other jurisdiction of the United States and may not be offered, sold or delivered within the United States except pursuant to an exemption from, or in a transaction not subject to, the registration requirements of the Securities Act and applicable state securities laws. The Issuer does not intend to register the offer or parts thereof in the United States or make an offer to the public in the United States, Canada, Australia or Japan.



The information contained on the following web pages is not for distribution to persons who are located in the United States, Canada, Australia or Japan or any other jurisdiction where the offer of the securities to the public is not taking place. Any violation of these restrictions may constitute a breach of the securities laws of these countries. The copying, forwarding or other transmission of the content of the following web pages is prohibited.

By clicking the "I AGREE" button below, you warrant that (i) you have read and accepted the foregoing information and restrictions in full and (ii) you are a resident of or domiciled in Germany or Luxembourg, and (iii) you agree not to distribute or forward the information contained on the following web pages to any person who is not a resident of or domiciled in Germany or Luxembourg.

 


We regret that, due to regulatory restrictions, we are unable to provide you with access to the following web pages.