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27/06/2017 11:05:27
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zeb.Private-Banking-Studie Luxemburg / Luxemburger Privatbanken müssen

sich konsequent neu ausrichten

Luxemburg (ots) - Der Private-Banking-Sektor im Großherzogtum

Luxemburg befindet sich in einer entscheidenden Umbruchphase. Gelingt

es den dortigen hoch spezialisierten Privatbanken nicht, sich

rechtzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen, müssen sie

trotz partiell guten Krisenmanagements in den letzten Jahren mit

empfindlichen Ertragsrückgängen rechnen. Dies sind die zentralen

Ergebnisse der neuen Private-Banking-Studie von zeb für den Standort

Luxemburg. Die Strategie- und Managementberatung, führend in der

europäischen Financial-Services-Industrie, hatte Anfang des Jahres

detailliert untersucht, welche Herausforderungen die Luxemburger

Privatbanken im Private-Banking-Geschäft zu erwarten haben und wie

sie gezielt darauf reagieren können.

Die erstmals durchgeführte Studie zeigt auf, wie marktseitige und

vor allem regulatorische Veränderungen um den Wegfall des

Bankgeheimnisses den Luxemburger Private-Banking-Sektor bereits in

den vergangenen Jahren vor große Herausforderungen gestellt haben.

"Auf den ersten Blick haben die Institute gut darauf reagiert und den

Abzug von Geldern aus dem Affluent-Segment durch die Akquise

hochvermögender Neukunden kompensieren können. Auf den zweiten Blick

jedoch wird deutlich, dass das erzielte Wachstum der Assets under

Management (AuM) mit deutlichen Margenrückgängen bezahlt werden

musste", so zeb-Partner und Studieninitiator Axel Oliver Sarnitz.

Insgesamt dürften die Ergebnisse der Institute bei Fortschreibung

aktueller Trends oder auch nur einer leichten Verschlechterung weiter

unter Druck geraten. "Setzen sich die Entwicklungen der letzten Jahre

fort, sinkt die durchschnittliche Ergebnismarge im Jahr 2020 auf nur

noch etwas über 20 Basispunkte - das ist für externe Investoren eine

kritische Schwelle", unterstreicht Studienleiter Arnd Heßeler,

Executive Manager Luxemburg bei zeb. "Und weitere Aufgaben warten. So

müssen die Luxemburger Institute klare Antworten auf die

Digitalisierung und die dadurch dramatisch veränderten

Kundenanforderungen finden."

Fortsetzung des Status quo ist keine Option

Im Einzelnen ergab die Studie, dass Luxemburgs

Private-Banking-Sektor zwischen 2011 und 2015 trotz hoher

regulatorischer und marktseitiger Herausforderungen nahezu konstante

Ergebnisse erzielen konnte. Der Ergebnisrückgang von lediglich 5 % in

diesem Zeitraum lässt nach Ansicht von zeb bei einem AuM-Wachstum von

etwa 21 % jedoch auf eine deutliche Margenerosion schließen, die

Banken im Wettbewerb um ihre neue Zielgruppe hochvermögender Kunden

in Kauf nehmen mussten. Auf Basis eines Banken-Samples errechneten

die Studienautoren, wie sich die Ergebnismargen in drei Szenarien bis

2020 verändern werden. Das Kernergebnis: Nur bei einer äußerst

positiven Entwicklung werden die Institute ihre Ergebnismargen

ausbauen können - selbst bei Fortschreibung der aktuellen

Rahmenbedingungen ohne aktives Gegensteuern wird es zu einem

Margenrückgang kommen, im negativsten Fall sogar in Richtung Null.

Neue Herausforderungen warten

Aktuell laufen die Luxemburger Private-Banking-Institute im

Wettbewerb um die wenigen hochvermögenden Kunden Gefahr, zu

verwechselbar zu werden. "Wollen die Banken weiterhin ihre Margen

erwirtschaften, müssen sie sich mit einem klaren USP am Markt

positionieren", so Sarnitz. Zusätzlich sind die Banken gefordert,

wesentlich konsequenter auf veränderte Kundenanforderungen zu

reagieren. "Echte Kundenbindung wird vor allem durch herausragende

Kundenerlebnisse geschaffen, die den Einsatz digitaler Tools und

Lösungen erfordern", führt Sarnitz weiter aus. Vor diesem Hintergrund

werden digitale Wettbewerber wie etwa Robo-Advisors für Kunden immer

attraktiver. Ein Hybridmodell aus persönlicher Beratung und

automatisierten Anlageentscheidungen bietet nach Ansicht von zeb

echte Chancen, auch in höheren Vermögenssegmenten Marktanteile zu

gewinnen. Daneben werden unvermeidliche Investitionen für Regulatorik

und IT nach Ansicht der Autoren auch zukünftig das Ergebnis belasten

und allein für sich große Herausforderungen darstellen.

Luxemburg mit guten Voraussetzungen für die strategische

Weiterentwicklung

Grundsätzlich bietet Luxemburg nach Ansicht der Studienautoren

gute Voraussetzungen für den Private-Banking-Sektor. So verfügt das

Großherzogtum über eine hervorragende technische Infrastruktur, gut

ausgebildetes Personal, EU-Zugang sowie den Euro als Landeswährung.

Hinzu kommen die Abdeckung mehrerer Zeitzonen, hohe

Datenschutzstandards sowie ein mehrsprachiges Umfeld.

Die Autoren zeigen vor diesem Hintergrund drei strategische

Stoßrichtungen für Privatbanken in Luxemburg auf: Zunächst können

Institute den eingeschlagenen Weg in Richtung internationales Wealth

Management weiter beschreiten, wenn sie sich konsequent auf die

Besonderheiten des Segments mit einem individualisierten

Geschäftsmodell fokussieren. Hierzu gehört u. a. ein Fokus auf klar

definierte Märkte und Kundengruppen sowie eine Ansprache der Kunden

durch Relationship Manager auf Augenhöhe. Alternativ ist aus Sicht

von zeb die Nutzung der bestehenden Infrastruktur in Luxemburg zum

Aufbau eines EU Hub für digitales Private Banking primär im

Affluent-Segment erfolgversprechend. Nicht zuletzt können gerade

international aufgestellte Privatbanken die skizzierten

Standortvorteile nutzen, um Luxemburg als eine von wenigen global

verteilten Buchungsplattformen zu etablieren und dabei in hohem Maße

Synergieeffekte und Einsparpotenziale zu realisieren.

Die Unternehmensgruppe zeb ist an 17 Standorten in 13 Ländern

tätig und bietet maßgeschneiderte und flexible Beratungskompetenz

über die gesamte Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistern - von

der Strategie über die Restrukturierung und den Vertrieb bis hin zur

Unternehmenssteuerung, dem Human Capital und der IT. Mit nahezu 1.000

Mitarbeitern und über 190 Millionen Euro Umsatz in 2016 ist zeb

inzwischen die Nr. 1 der Strategie- und Managementberatungen für

Banken, Sparkassen, Versicherer und andere Finanzdienstleister in

Europa.

OTS: zeb

newsroom: http://www.presseportal.de/nr/119614

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Pressekontakt:

Franz-Josef Reuter

Head of Public & International Affairs

Phone +49.251.97128.347

Fax +49.251.97128.520

E-Mail Franz-Josef.Reuter@zeb.de

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