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27/06/2017 10:05:42
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OTS: Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) / ...


Anpassung des Branchenzuschlagstarifvertrags in der Chemieindustrie

für die Zeitarbeit / Harte Verhandlungen, dafür Planungssicherheit bis

2020

Berlin (ots) - In der Chemiebranche haben sich die Arbeitgeber der

Zeitarbeitsbranche, vertreten durch die Verhandlungsgemeinschaft

Zeitarbeit (VGZ), zusammen mit dem Vorstand der Industriegewerkschaft

Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auf eine Anpassung des

Branchenzuschlagstarifvertrages für Überlassungen in die Chemische

Industrie verständigt. Aufgrund der neuen gesetzlichen Anforderungen

in der Arbeitnehmerüberlassung muss der bestehende

Branchenzuschlagstarifvertrag für Beschäftigte in der Chemiebranche

angepasst werden.

Die Sozialpartner haben sich auf folgende Inhalte geeinigt:

* Kernpunkte der Anpassung des Branchenzuschlagstarifvertrags für

die Chemische Industrie (TV BZ Chemie) sind die Einführung einer

neuen 6. Branchenzuschlagsstufe nach dem 15. vollendeten Einsatzmonat

für die Entgeltgruppen EG 1 bis EG 5 sowie die erstmalige Einführung

von Branchenzuschlägen für die übrigen Entgeltgruppen EG 6 bis EG 9.

Der Branchenzuschlag auf das tarifliche Entgelt beträgt nach dem 15.

vollendeten Einsatzmonat:

- in den Entgeltgruppen 1 und 2: 67 %

- in den Entgeltgruppen 3, 4 und 5: 45 %

Für die Entgeltgruppen 1 und 2 wurde zudem vereinbart, dass sich

der Branchenzuschlag in der fünften Branchenzuschlagsstufe (nach dem

9. vollendeten Einsatzmonat) ab dem 1. Juli 2018 von derzeit 50 % auf

53 % erhöht.

* Für die Entgeltgruppen 6 bis 9, für die bislang keine

Branchenzuschläge galten, beträgt der Branchenzuschlag auf das

tarifliche Entgelt:

- nach 6 vollendeten Einsatzwochen: 4 %

- nach 3 vollendeten Einsatzmonaten: 6 %

- nach 5 vollendeten Einsatzmonaten: 8 %

- nach 7 vollendeten Einsatzmonaten: 16 %

- nach 9 vollendeten Einsatzmonaten: 20 %

- nach 15 vollendeten Einsatzmonaten: 24 %

* Die Tarifvertragsparteien haben festgelegt, dass mit der letzten

Stufe nach 15 Monaten in allen Entgeltgruppen ein gleichwertiges

tarifvertragliches Entgelt gemäß der Neufassung des seit 1. April

2017 in Kraft getretenen Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG)

erreicht wird. Diese letzte Stufe greift für alle Entgeltgruppen

erstmalig zum 1. Juli 2018.

* Wie beim Branchenzuschlagstarifvertrag für die Metall- und

Elektroindustrie (TV BZ ME) bleibt es bis zum 15. vollendeten

Einsatzmonat bei der bisherigen Deckelungsregelung, wonach der

Branchenzuschlag auf 90 % des laufenden regelmäßigen Stundenentgelts

eines vergleichbaren Mitarbeiters im Kundenbetrieb gedeckelt werden

kann. Nach dem 15. Monat ist der Branchenzuschlag auf das

Arbeitsentgelt eines vergleichbaren Arbeitnehmers im Kundenbetrieb

beschränkt.

* Für die Zuschlagsstufen der Entgeltgruppen 6 bis 9 gilt eine

Übergangsregelung: Mitarbeiter dieser Entgeltgruppen erhalten bis zum

Ablauf des Jahres 2017 nach einer Einsatzdauer von 6 Wochen einen

Branchenzuschlag in Höhe von 1 %.

* Der neue Branchenzuschlagstarifvertrag läuft vom 1. April 2017

bis zum 31. März 2020.

VGZ-Verhandlungsführer Thomas Bäumer, Vizepräsident des

Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), erklärt:

"Es ist erfreulich, dass nach dem Branchenzuschlagstarifabschluss mit

der IG Metall jetzt auch mit der zweiten großen Industriegewerkschaft

IG BCE ein Abschluss gelungen ist. Auch wenn wir mit der

Übergangsregelung für die Entgeltgruppen 6 bis 9 an unsere Grenzen

gegangen sind, haben wir ein ausgewogenes Ergebnis und aufgrund der

langen Laufzeit bis 2020 Planungssicherheit erzielt. Der Abschluss

ist ein erneuter Ausdruck der gut funktionierenden

Sozialpartnerschaft."

Der stellvertretende VGZ-Verhandlungsführer Sven Kramer,

stellvertretender Bundesvorsitzender des Interessenverbandes

Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), betont dazu: "Der zweite

erfolgreiche Tarifabschluss in so kurzer Zeit ist ein erneuter Beweis

der gut funktionierenden Sozialpartnerschaft in der

Zeitarbeitsbranche. Gemeinsam mit der IG BCE haben wir einen

Abschluss erzielt, der die besonderen Bedürfnisse der Chemiebranche

berücksichtigt. Die starren gesetzlichen Rahmen, die der Gesetzgeber

uns vorgegeben hat, konnten wir mit den Sozialpartnern wiederholt

bedarfsgerecht gestalten. Auch wenn uns der Tarifabschluss teuer zu

stehen kommt, begrüßen wir ausdrücklich den hohen Stellenwert der

Tarifautonomie in Deutschland, die es dringend zu schützen gilt."

Die VGZ:

Die VGZ ist die Verhandlungsgemeinschaft der beiden

Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit, dem Bundesarbeitgeberverband der

Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher

Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) unter Leitung der Verhandlungsführer der

VGZ Thomas Bäumer (BAP) und Sven Kramer (iGZ).

OTS: Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP)

newsroom: http://www.presseportal.de/nr/104864

newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_104864.rss2

Pressekontakt:

Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP),

Ulrike Heine,

Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

Universitätsstr. 2-3a,

10117 Berlin,

Tel.: 030 / 20 60 98 - 30,

Mail: presse@personaldienstleister.de,

Website: www.personaldienstleister.de

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