Please wait…

10/02/2019 14:45:29
A A | Print

Das Chef-Risiko - Manager werden immer häufiger verklagt


MÜNCHEN (dpa-AFX) - Deutschlands Manager laufen immer größere Gefahr verklagt zu werden. Die Klageneigung hat so stark zugenommen, dass die Manager-Haftpflicht für Versicherungen immer kostspieliger wird. Nach Einschätzung von Fachleuten aus der Branche sind die "D&O"-Policen für Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte mindestens in Teilen zu einem Verlustgeschäft geworden. Die auf Firmenkunden spezialisierte Allianz-Tochter AGCS meldet stark gestiegene Ausgaben für Schäden in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der Fachleute des weltgrößten Rückversicherers Munich Re gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass die D&O-Versicherung "technisch nicht profitabel" ist.

D&O ist die Abkürzung der branchenüblichen englischen Bezeichnung für die Manager-Haftpflicht: Directors and Officers. Kostspielig für die Versicherungen sind demnach vor allem die Vorstände großer Unternehmen: Besonders im Industrie- und Konzernsegment seien sehr große Schäden immer häufiger aufgetreten, weitere könnten folgen, heißt es bei der Munich Re. Im Bereich der kleineren und mittelständischen Unternehmen sind nach Angaben der Münchner "steigende Basisschadenquoten" zu verzeichnen. Das heißt, die Ausgaben für Schäden steigen im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen.

"Die Klageneigung gegen das Management hat zugenommen", sagt Martin Zschech, D&O-Experte bei der Allianz. "Bei der AGCS sind die Schadenmeldungen in der D&O-Versicherung in Deutschland von 2014 bis 2018 um 47 Prozent gestiegen." Ob die D&O-Policen insgesamt zum Zuschussgeschäft für die Branche geworden sind, ist nicht bekannt. Doch gibt es viele Indizien, die ahnen lassen, wie schwierig das Geschäft mit den Chefs geworden ist.

"Einige Versicherer haben sich aus dem Markt ganz zurückgezogen oder ihre Deckungssummen deutlich reduziert, weil die Schäden hoch sind" sagt der auf D&O spezialisierte Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Hendricks. Er gilt als einer der führenden Fachleute auf diesem Gebiet in Deutschland, nach Hendricks' Schätzung nehmen die Versicherer mit dem Vertrieb von D&O-Policen jährlich zwischen 700 und 800 Millionen Euro ein. "Es reichen Schäden in zwei Dax -Unternehmen, damit die Einnahmen eines ganzes Jahres weg sind", sagt der Experte. "Dieser Markt ist ungesund. Das Geschäft lohnt sich für die Versicherer eigentlich nicht."

Das wirft die Frage auf, warum Unternehmen überhaupt Produkte verkaufen, mit denen sich wenig oder gar kein Geld verdienen lässt. Die Manager-Haftpflicht ist aus einem anderen Grund attraktiv, wie der Anwalt meint. "Die D&O-Police ist ein Türöffner, um andere Versicherungen zu verkaufen", sagt den Hendricks. Denn wer den Vorstand versichert, kennt die wichtigsten Leute in einer Firma.

Doch was ist die Ursache der steigenden Schäden? Verstoßen Vorstände und Geschäftsführer heutzutage häufiger gegen Vorschriften und Sorgfaltspflichten als vor zwanzig Jahren? Eine auffällige Besonderheit des deutschen D&O-Markts ist, dass die leitenden Angestellten häufig vom eigenen Unternehmen verklagt werden, wie es in der Branche übereinstimmend heißt.

Der harmlos klingende Fachbegriff dafür: "Innenansprüche". Die Initialzündung für stetig steigende Innenansprüche gab der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil des Jahres 1997, auf das viele Fachleute verweisen: "Damals hat der BGH festgestellt, dass Aufsichtsräte verpflichtet sind, Vorstände bei Pflichtverletzungen in Anspruch zu nehmen", sagt Hendricks. "Tut ein Aufsichtsrat das nicht, riskiert er selbst Haftungsansprüche."

Abgesehen von dieser Entscheidung verengt sich der rechtliche Spielraum, in dem sich Vorstände und Geschäftsführer bewegen. Zwei Beispiele wachsender rechtlicher Risiken für Manager: "Die europäische Datenschutzgrundverordnung und die Cyberkriminalität vergrößern das Problem", sagt Hendricks. "Die Bußgelder für Verstöße gegen die DSGVO sind ähnlich hoch wie bei Kartellverstößen. Und wenn ein Vorstand nach einem Cyberangriff nicht nachweisen kann, dass er die notwendige Vorsorge getroffen hat, ist er voll in der Haftung."

Nach Angaben der Munich Re hat die steigende Cyberkriminalität bisher noch keine erkennbare Auswirkungen auf die D&O-Versicherungen - allerdings heißt es auch dort, dass prinzipiell ein versichertes Haftungsrisiko für das Management existiere. Abgefedert werden kann das nach Einschätzung des Rückversicherer durch separate Cyberpolicen.

Das wird in der Allianz ganz ähnlich gesehen: "Datenschutzgrundverordnung und Cybersicherheit sind ganz zentrale Themen", sagt Zschech. "Wenn ein Vorstand die Vorgaben der DSGVO nicht einhält, hat das immer das Potenzial, Innenansprüche auszulösen."

Für Manager, ihre Unternehmen und Versicherungen gleichermaßen ist also erhöhte rechtliche Vorsicht geboten. Doch gibt es immerhin einen Berufsstand, für den die Entwicklung offensichtlich finanziell erfreulich ist: "Ein großer Teil der Zahlungen aus der D&O-Versicherung geht an die Anwälte zur Verteidigung der versicherten Personen", sagt Zschech./cho/DP/nas

Login required

Username or email:
Password:

To use this function please log-in
If you haven't got an account on boerse-frankfurt.de, you have the opportunity to register regist here for free.

add instrument

pagehit

The following Disclaimer and Information has been prepared by Voltabox AG (the “Issuer”) for the purpose of publishing THE securities prospectus by the issuer. Deutsche Boerse AG does not assume any responsibility for the content of the issuer`s Disclaimer and information.

 

Important Information


 

The information contained on the following web pages is directed only at persons who are resident of or domiciled in the Federal Republic of Germany (“Germany”) or the Grand Duchy of Luxembourg (“Luxembourg”). The following information does not constitute an offer to sell or a solicitation of an offer to buy or subscribe for any securities. No offer of securities of the Issuer is being, or will be, made to the public outside Germany and Luxembourg. The offer in Germany and Luxembourg is being made solely on the basis of the securities prospectus (including any amendments thereto) which has been approved by the German Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) and which has been published on the Issuer’s website. Any investment decision regarding the publicly offered securities of the Issuer should only be made on the basis of the securities prospectus. The securities prospectus is available free of charge from the Issuer (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Germany; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) and on the Issuer’s website (www.voltabox.ag).



The information contained on the following web pages is not an offer of securities for sale or a solicitation of an offer to purchase securities in the United States of America (“United States”), Canada, Australia or Japan. The Issuer’s shares, and the securities offered in the course of the offer, have not been and will not be registered under the US Securities Act of 1933, as amended (“Securities Act”), or with any other securities regulatory authority of any state or other jurisdiction of the United States and may not be offered, sold or delivered within the United States except pursuant to an exemption from, or in a transaction not subject to, the registration requirements of the Securities Act and applicable state securities laws. The Issuer does not intend to register the offer or parts thereof in the United States or make an offer to the public in the United States, Canada, Australia or Japan.



The information contained on the following web pages is not for distribution to persons who are located in the United States, Canada, Australia or Japan or any other jurisdiction where the offer of the securities to the public is not taking place. Any violation of these restrictions may constitute a breach of the securities laws of these countries. The copying, forwarding or other transmission of the content of the following web pages is prohibited.

By clicking the "I AGREE" button below, you warrant that (i) you have read and accepted the foregoing information and restrictions in full and (ii) you are a resident of or domiciled in Germany or Luxembourg, and (iii) you agree not to distribute or forward the information contained on the following web pages to any person who is not a resident of or domiciled in Germany or Luxembourg.

 


We regret that, due to regulatory restrictions, we are unable to provide you with access to the following web pages.